Abramis brama
Brachsen, Brassen

Vorkommen
Regional: Blei, Bresein, Breitling
GB: Bream, F: Brème, NL: Brasem, S: Braxen, PL: Leszcz
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Kaspischen Meer und Ural bis Westeuropa.
Während der Brachsen in ganz Mitteleuropa vertreten ist, kommt er auf den Britischen
Inseln nur in England und Irland vor. Vergeblich sucht man ihn im Norden Schottlands
und Skandinaviens; im Mittelmeerraum ist er nur sporadisch anzutreffen.

Kennzeichen

Der Brachsen ist ein hochrückiger Fisch mit seitlich stark abgeflachtem Körper. Die
Rückenfärbung variiert von dunkelbraun bis schwarz, bei älteren Tieren zusätzlich mit
grünlichem oder goldfarbenem Schimmer. Die hellen Seiten glänzen silbrig-metallic;
die Bauchpartie ist weißlich. Das end- bis leicht unterständige Maul ist zu einem
Saugrüssel verlängerbar und der Abstand vom Augenvorderrand zur Schnauzenspitze
ist größer als der Augendurchmesser. Der sehr schleimige Brachsen verfügt über große
Schuppen und dunkelgraue Flossen, wobei die paarigen etwas heller gefärbt und sowohl
Brustflossen als auch die Afterflosse recht lang sind.

Die besten Köder

Der Top-Brachsen-Köder sind Maden, doch Caster (frisch verpuppte Maden) und alle Arten
von Würmern sind ebenfalls fängig. Ebenso sind Brot, Teige, Kartoffelstückchen, kleine
Boilies, Mais, Erbsen, Nudeln und sogar Gummibärchen Erfolg versprechend.
Die Köderauswahl beim Brachsenfang ist recht umfangreich, so dass die Auswahl auf den
ersten Blick gar nicht so einfach erscheint. Daher sollte man auch das natürliche Nahrungs-
angebot berücksichtigen und ruhig alles einsetzen, was man fangen oder besorgen kann.
Denn der Brachsen ist recht flexibel in seinen Vorlieben. Als Jungtier auf Plankton festgelegt,
wechselt er mit zunehmendem Alter zur Bodennahrung und vertilgt neben kleinen Muscheln,
Schnecken und Krebstieren auch Zuckmückenlarven und Schlammwürmer. In Gewässern
mit verarmter Bodenfauna verschmäht der adulte Brachsen aber auch dichte Planktonwolken
nicht.

Der Brachsen gehört zu den Fischen, die man ausschließlich in stehenden und langsam
fließenden Gewässern vorfindet. Für diese kennzeichnend ist schlammiger Bodengrund, den
der Fisch mit vorgestülptem Maul nach Nahrung durchwühlt. Brachsenregion nennt man die l
angsam fließenden Strecken der Flüsse und Ströme des Flachlands, da eben dort der
bevorzugte Aufenthaltsort dieser Fischart ist. Natürlich ist er ebenfalls in Seen beheimatet und
sowohl hier als auch in fast jedem seiner Wohngewässer recht zahlreich. Brachsen leben gern
in Schwärmen und beschränken sich dabei nicht auf die Gesellschaft ihrer eigenen Art. Vor -
allem mit dem Güster verbinden sie sich zu recht großen Mischschwärmen und für weniger
versierte Betrachter ist es dann gar nicht so einfach, diese beiden Arten voneinander zu
unterscheiden.

Die Zeit der Fortpflanzung beginnt für die Brachsen im Mai und dauert, je nach Witterung, bis
in den Juli hinein. Das Männchen trägt während des gesamten Zeitraums, vor allem im
Kopfbereich, einen kräftigen Laichausschlag. Die Tiere finden sich im Uferbereich zum recht
heftigen Laichspiel in ansehnlichen Schwärmen zusammen und dort werden von jedem
Weibchen bis zu 300 000 Eier von 1,0–1,5 mm Größe abgelegt. Brachsen laichen in mehreren
Phasen und dies nicht unbedingt an ein und demselben Platz. Stattdessen ziehen sie weiter
und legen oft größere Strecken zwischen den einzelnen Laichphasen zurück, die sogar mehrere
Kilometer betragen können.
Im Vergleich zum vergesellschafteten Güster wächst der Brachsen nicht nur schneller, sondern
erreicht auch in etwa die doppelte Größe. So ist der Durchschnittsvertreter dieser Fischart
30–40 cm lang und wiegt zwischen 0,5 und 2,5 kg. Wirklich große Exemplare können eine
Länge von bis zu 80 cm erreichen und dabei bis zu 6 kg auf die Waage bringen.

Fangen kann man diesen Fisch über das ganze Jahr hinweg, doch besonders beißfreudig ist er
von April bis September. Warmes schwüles Wetter und die frühen Morgen- und Abendstunden
haben sich als besonders fangträchtig erwiesen. Die besten Fangplätze sind in der Nähe von
Pflanzengürteln und Seerosenfeldern, sofern man berücksichtigt, dass das Anfüttern beim
Brachsenangeln besonders wichtig ist. Am erfolgreichsten sind hier süße Futterballen, die mit
Maden versetzt wurden. Mit feinem Grund- oder Posenfischen unter Verwendung dünner
Vorfächer und kleiner Haken sollte dem Fangerfolg nichts mehr im Wege stehen, wobei der
Köder auf oder dicht über dem Grund angeboten wird. Zu beachten ist außerdem, dass diese
Fische sehr geräuschempfindlich sind; d. h. das Angeln aus etwas größerer Entfernung ist von
Vorteil. Insbesondere wenn man vom Boot aus fischt, wo Geräusche nicht immer ganz zu v
ermeiden sind (z. B. Platzwechsel). Wenn größere Entfernungen zur Angelstelle nicht möglich
sind, sollte man sich ebenso ruhig wie möglich verhalten, um die Fische nicht zu irritieren oder
gar mit unnnötigen Nebengeräuschen zu verjagen.


Acipenser sturio
Stör

Vorkommen
Regional: Stohr, Sturo, Schirk
GB: Sturgeon, F: Esturgeon, ESP: Esturión, NL: Stent, Stuer, S: Stör, PL: Jesziotr
Innerhalb des Donausystems ist der Stör nur in deren Delta anzutreffen. Er bewohnt
europäische Küstengewässer vom Nordkap über das nördliche Mittelmeer, Nord- und
Ostsee bis ins Schwarze Meer sowie Unter- und Mittelläufe der größeren Flüsse.

Kennzeichen

Spindelförmig, mit nackter Haut und asymmetrischer Schwanzflosse wirkt der Stör
haiähnlich. Der Kopf ist zu einem langen Schnabel (Rostrum) ausgezogen und endet
leicht nach oben gebogen. Die Unterlippe des unterständigen, zahnlosen Maules ist
geteilt und verfügt über vier runde, nicht gefranste Bartfäden. Der Rücken des Tieres ist
blaugrau, die Flanken silbriggrau und der Bauch weißlich.

Die besten Köder

Wer Störe fangen will, sollte Fisch als Topköder berücksichtigen, sofern man es auf
kapitalere Exemplare abgesehen hat. Zu bevorzugen sind bodenlebende Fischarten,
da diese in der freien Natur ebenfalls mit Vorliebe gejagt werden. In Gewässern, in denen
Störe nicht so gut abwachsen, kann man auf Würmer, Schnecken, Muscheln und Insektenl-
arven ausweichen, da dieser Fisch grundsätzlich Bodentiere aller Art vertilgt.


Von der Fortpflanzungszeit abgesehen, findet man diesen Fisch vor allem in den Gezeitenz-
onen der Meere. Der Stör ist ein anadromer Wanderfisch und beginnt etwa im März seinen
regulären Lebensraum zu verlassen, um in den Unterläufen der Flüsse abzulaichen. Meist
geschieht dies in der Zeit von Juni bis Juli; je nach Witterung bzw. Länge der zurück-
zulegenden Strecke dauert die Laichzeit bis in den August hinein. Über festem Grund oder
Kiesbänken legt das Weibchen bis zu 2,5 Millionen Eier von 2–3 mm Größe. Die Larven
schlüpfen bereits nach 3–6 Tagen, wandern aber oft erst mit 40–60 cm Länge in Richtung
Meer ab. Die Jungtiere sind zu diesem Zeitpunkt zwischen zwei und vier Jahre alt und halten
sich auch dann noch längere Zeit im Brackwasser der Flussmündungen auf, da sie erst im
Alter von 4–5 Jahren die Salzkonzentration des offenen Meeres vertragen. Erwachsene
Störe werden durchschnittlich 1–2 m lang, wobei die Männchen kleiner als die Weibchen
bleiben. Sehr alte Exemplare können bis zu 6 m Länge erreichen und 1 000 kg schwer
werden, doch in der heutigen Zeit existieren solch kapitale Störe kaum noch.
Stören stellt man mit schwerer Grund- oder Posenangelei nach, wobei der Köder direkt am
Grund angeboten werden sollte, da diese Fische auch ihren Nahrungsbedarf mit Bodent-
ieren  und bodenlebenden Fischen decken. Am günstigsten ist der Zeitraum vor der Laich-
wanderung und nach der Fortpflanzung, bevor die Störe sich auf den Rückweg ins Meer
Machen.


Anguilla anguilla
Aal

Vorkommen

GB: Eel, F: Anguille, ESP: Anguilla, NL: Paling, S: Ål, PL: Wegorz
Der Aal ist in Europa in fast allen Gewässern bis zum Ural verbreitet, wo er die Küsten und
die dort mündenden Flüsse sowie deren Einzugsgebiete bewohnt. In Bereichen, die nicht
zum ursprünglichen natürlichen Lebensraum gehören, ist er entweder inzwischen ein-
gewandert oder wurde, wie z. B. im Südosten, besetzt.

Kennzeichen

Der lange Körper eines Aales ist schlangenartig gestreckt und seine sehr schleimige Haut
erscheint nackt, da die Schuppen nicht nur sehr klein, sondern auch tief eingebettet sind.
Die Rückenfärbung ist sehr dunkel und der Bauch, der über keine Flossen verfügt, je nach
Entwicklungsstadium weiß bis gelb gefärbt. Schwanz- und Afterflosse bilden einen durch.
gehenden Saum; der Kopf ist nahrungsabhängig entweder recht breit oder spitz.

Die besten Köder

Die fängigsten Köder auf Aal sind kleine Fische, Fischfetzen und Würmer, aber auch
Krebse und Krabben haben sich als wirksam erwiesen. Was man letztendlich an die
Angel bekommt, ist gerade beim Aalfang sehr gewässer- bzw. nahrungsabhängig. Im
Grunde ernähren sich Aale von Insektenlarven, Würmern und Kleinkrebsen und dabei
bleiben sie auch größtenteils, sofern das Angebot gleichbleibend ausreichend ist. Ist dem
nicht so, verlagert sich die Vorliebe zunehmend auf Fisch und die Tiere entwickeln sich
von der normalen länglichen Kopfform (Spitzkopfaal) zu Breitköpfen, die allgemein Raub-
aale genannt werden.

Der Aal gilt selbst in der heutigen Zeit noch immer als ein Mysterium, da bezüglich seines
Laichverhaltens und der Entwicklung noch viele ungeklärte Fragen bestehen. Die
durchschnittliche Größe dieses Fisches beträgt 40–60 cm bei 0,5 kg Körpergewicht.
Maximal werden Längen von bis zu 130 cm erreicht, wobei Gewichte über 5 kg bekannt sind.
Weibliche Aale werden erheblich größer als die Männchen und Tiere über 45 cm Länge sind
meist Weibchen.
Im Spätherbst wandern die Aale aus den Binnengewässern ab, um ihre Laichgründe im
Westatlantik, die Sargassosee, aufzusuchen. Bei einer Wassertemperatur von ca. 19 °C
legen die weiblichen Aale in Tiefen von 150–500 m etwa 500 000 Eier pro Kilogramm
Körpergewicht ab. Die Menge erscheint auf den ersten Blick astronomisch hoch; aber wenn
man bedenkt, dass Aalrogen eine Größe von lediglich 0,12 mm hat, verfliegen die Zweifel.
Aale laichen nur ein einziges Mal in ihrem Leben und sterben nach dem Fortpflanzungsakt.
Die geschlüpften Jungtiere wandern über einen etwa dreijährigen Zeitraum in die Binnen-
gewässer; wenn sie die Nähe des europäischen Festlandsockels erreicht haben, sind sie
ca. 7 cm lang. Dort angekommen verwandeln sie sich binnen 24 Stunden von einer weiden-
blattähnlichen Form in die typische Aalgestalt. Was diese spontane Verwandlung auslöst, ist
bislang nicht geklärt; lediglich dass dies in einer Wassertiefe von weniger als 1 000 m passiert,
scheint sicher. Nun gleichen die Jungtiere dem erwachsenen Aal in seiner Gestalt, doch noch
fehlt ihnen die Pigmentierung; d. h. sie sind durchsichtig, was ihnen die Bezeichnung Glasaal
eingebracht hat. Außerdem sind sie mit einer Länge von ungefähr 6 cm sogar etwas kürzer als
vor der Verwandlung. Dafür sind sie hervorragende Schwimmer und legen ca. 8 km am Tag
zurück, während sie die Brackwasserbereiche der Küsten ansteuern. Dort angekommen,
wechseln sie allerdings nicht gleich ins Süßwasser, da sich ihr Stoffwechsel noch umstellen
muss. In welche Flüsse die Glasaale letztendlich aufsteigen, ist von unterschiedlichen Faktoren
abhängig, die aber noch nicht eindeutig geklärt sind. Fakt ist jedoch, dass sie während dieser
Zeit keine Nahrung zu sich nehmen und die Pigmentierung erst während des Aufstiegs einsetzt.

Als nachtaktiver Bodenfisch steht der Aal tagsüber meist regungslos in seinen Unterständen.
Bevorzugt hält er sich dann unter Wurzeln in Krautteppichen und unterspülten Ufern auf und
macht sich erst bei Einsetzen der Dämmerung auf die Jagd nach Beute. Für den Angler ist es
wichtig, die typischen Unterstände und Jagdreviere in den jeweiligen Wohngewässern zu -
kennen, denn genau dort sollte er den Aalen nachstellen. Zwischen Mitte April und Ende
Oktober ist die günstigste Zeit und neben den Nachtstunden beißen Aale auch gern an warmen
schwülen Sommerabenden sowie tagsüber bei leichtem Regen oder Gewitter. Als Technik
haben sich Grund- und Posenfischen bewährt, wobei der Köder am oder dicht über dem Grund
angeboten wird. Wer es auf kapitale Exemplare abgesehen hat, sollte das Angeln mit
Köderfisch bevorzugen und nicht zu feines Gerät verwenden. Dabei ist der Einsatz eines Stahl-
vorfachs zu empfehlen, da als Beifang auch durchaus andere Raubfische an den Haken gehen
Können.


Barbus barbus
Barbe

Vorkommen
Regional: Barm, Pigge, Barbel, Grote, Sömer, Sauchen
GB: Barbel, F: Barbeau, ESP: Barbo de rio, NL: Barbeel, S: Barb, PL: Brzana
Das Verbreitungsgebiet der Barbe erstreckt sich vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik; die
östliche Grenze liegt bei Litauen und Weißrussland. Sie fehlt in Teilen des Mittelmeerraums
und Italiens sowie auf der Iberischen Halbinsel und in Skandinavien. In Großbritannien
kommt sie nur im Südosten vor; außerdem fehlt sie im Nordwesten, Westen und Südosten
Frankreichs. Aufgrund der Unterbindung ihrer Laichwanderungen durch Wehre und Stau-
dämme ist ihr Bestand jedoch nicht nur in Deutschland rückläufig.

Kennzeichen

Die Barbe ist ein fast drehrunder Fisch mit braun bis grünlicher Rückenfärbung, helleren
Flanken und weißem Bauch. Ihre großen Flossen sind graugrün bis rötlich; der längste
Strahl der Rückenflosse ist verhärtet (Sägestrahl). Sie hat ein unterständiges Maul mit
wulstigen Lippen und vier Barteln an der Oberlippe.

Die besten Köder

Barben beißen auf eine Vielzahl von Ködern; neben Tau- und Laubwurm sind Bündel von
Mistwürmern sehr Erfolg versprechend. Doch als Topköder hat sich Käse herausgestellt;
dabei sollte es sich um recht kräftige Sorten wie z. B. Appenzeller, Lindberger, Emmentaler
oder auch Edamer handeln. Außerdem kann man mit Maden, Speck, Frühstücksfleisch,
Schnecken und Leberkäse gute Erfolge erzielen. In schwacher Strömung lohnt ein Versuch
mit Teigen oder Brotflocken.
In freier Natur ernähren sich Barben von Insektenlarven (bevorzugt Eintagsfliegen),
Kleinkrebsen, Fischlaich, Algen und in geringem Maße auch von kleinen Fischen. Alles
was ihnen mundet, kann man selbstverständlich, sofern zur Hand, ebenfalls als Köder
verwenden.

Der Lebensraum der Barbe sind die größeren Flüsse mit sandig bis kiesigem Untergrund.
Hier hält sie sich in Bereichen mit mäßiger Strömung auf und ist daher vor allem in den Mittel-
läufen zu finden. Tagsüber steht sie meist in durchströmten Unterständen; erst mit Einsetzen
der Dämmerung geht dieser gesellige Fisch, der gern in kleinen Scharen lebt, auf Nahrungs-
suche. Bei den Wanderungen durch ihr Wohngewässer legt die Barbe oft Strecken von
mehreren Kilometern zurück.

In der Zeit von Mai bis Juli pflanzen sich Barben fort. Zu diesem Zweck sammeln sie sich
zunächst zu großen Schwärmen und wandern dann stromaufwärts zu ihren Laichplätzen. Das
Männchen legt während dieser Zeit an Kopf und Nacken einen Laichausschlag an, der aus
weißen, reihenförmig angeordneten Pusteln besteht. Flache und stark überströmte Kiesbänke
sind die Plätze, an denen die Barben ihr Liebesspiel vollziehen. Dort schwemmt das Weibchen
bis zu 10 000 Eier von 2 mm Größe in die Zwischenräume des Untergrunds ein. Der Laich der
Barben ist giftig – nach dem Genuss treten Vergiftungserscheinungen wie Brechreiz oder
Durchfall auf. Offensichtlich handelt es sich hier um eine Art natürlichen Laichschutz.
Sind die Larven schließlich nach ca. zwei Wochen geschlüpft, verbringen sie weitere zehn Tage
in den Hohlräumen der Flusssohle, denn erst dann sind sie schwimmfähig. Eine durchschnittliche
Barbe bringt etwa 1–3 kg Gewicht auf die Waage und dies bei einer Länge von 30–50 cm.
Kapitale Exemplare werden allerdings bis zu 90 cm groß und wiegen 10 kg.

Will man diesen Fisch erhaschen, verwendet man beim Grund- bzw. Posenfischen feines bis
mittelschweres Gerät und nutzt vorwiegend die Abend- und Nachtstunden. Von April bis Oktober
hat man die besten Chancen auf Barben, wenn man ihre bevorzugten Plätze kennt. Fluss-
abschnitte mit rascher Strömung, die in der Nähe ruhigerer Zonen liegen, sind immer einen
Versuch wert. Außerdem sollte man stets Stellen berücksichtigen, an denen Hindernisse wie
Felsbrocken oder üppig wuchernde Wasserpflanzen die Strömung brechen. Auch hinter Wehren
und Turbinen und in tiefen Gumpen kann man Barben überlisten. Es ist wichtig, den Köder am
Grund anzubieten, da diese Fische meist sehr tief stehen.


Blicca bjoerkna
Güster, Blicke

Vorkommen
Regional: Halbbrachsen, Pletten, Plattfisch
GB: White bream, Silver bream, F: Brème bordelière, ESP: Brema blanca, NL: Kolblei,
S: Björkna, PL: Krap
In Osteuropa erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Güsters bis zum Ural; weiterhin
findet man ihn in fast ganz Frankreich und in sämtlichen Beneluxstaaten. Während er im
deutschen Raum ebenfalls überall heimisch ist, beschränkt sich sein Vorkommen auf den
Britischen Inseln auf Ostengland. Im Mittelmeeraum und Italien fehlt er gänzlich und in
Skandinavien kommt er nur im Süden vor.

Kennzeichen

Der Güster ist ein hochrückiger Fisch mit seitlich stark abgeflachtem Körper, kurzer Rücken-
und langer Afterflosse. Er hat einen relativ kleinen Kopf mit weit vorstehenden Augen; der
Abstand vom Augenvorderrand zur Schnauzenspitze ist gleich oder kleiner als der Augen-
durchmesser. Die Mundspalte ist end- bis leicht unterständig und nicht zu einem Saugrüssel
verlängerbar. Er hat große Schuppen; die Basis und der Ansatz der paarigen Flossen sind
meist rötlich. Der Rücken ist dunkel, Flanken und Bauch sind hell und silberglänzend.

Die besten Köder

Die erfolgreichsten Köder auf Güster sind Maden. Ebenso Erfolg versprechend sind Caster
(frisch verpuppte Maden), kleine Würmer, Teige, Mais und Getreide.
Auch hier gilt selbstverständlich, dass man alles ausprobieren kann, was der Fisch an
natürlicher Nahrung aufnimmt. Er bevorzugt zwar tierisches und pflanzliches Plankton, frisst
aber auch Schlammröhrenwürmer, Insektenlarven und weitere Bodenwürmer.

Der Güster wird oftmals mit dem Brachsen verwechselt, was nicht nur am recht ähnlichen
Erscheinungsbild liegt, sondern an vielen Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten. Langsam
fließende oder stehende Gewässer mit schlammigem Bodengrund sind die bevorzugten
Lebensräume der Güster. Auch den Hang zur Schwarmbildung hat er mit dem Brachsen gemein
und so ist es nicht verwunderlich, dass er sich auch ganz gern mit ihm zu großen Schwärmen
zusammenschließt.
Güster besiedeln vorzugsweise vegetationsreiche Flussufer und Altwässer im Bereich der
Unterläufe. Dort dringen sie sogar ins Brackwasser der Flussmündungen vor. Lebt er im See,
so entfernt sich dieser Fisch meist nicht weit von der ufernahen Pflanzenzone. Da er häufig sehr
zahlreich in seinen Wohngewässern vorkommt, kann es leicht zu einer Überbevölkerung
kommen. Tritt dann eine weitgehende Einschränkung des Nahrungsangebots ein, verbutten die
Tiere, sie bilden also Kümmerformen aus.

Von Mai bis Juni sammeln sich die Güster im Uferbereich der Gewässer, um sich fortzupflanzen.
Die Männchen tragen dann einen schwachen und sehr feinkörnigen Laichausschlag. Sie stellen
keine besonderen Ansprüche an das Laichsubstrat, auch wenn sie dichte Pflanzenbestände
bevorzugen. Im Schwarm und unter großem Geplätscher legt das Weibchen bis zu 100 000 Eier
von 1,6 mm Größe ab, welche am Bodengrund haften.
Güster wachsen relativ langsam und sind oftmals erst 8–10 cm groß, wenn sie bereits drei Jahre
alt sind. Dafür kommt es durchaus vor, dass sie bei dieser Größe schon die Geschlechtsreife
erreicht haben. Im Durchschnitt werden diese Fische 15–20 cm lang; kapitale Exemplare werden
bis zu 35 cm groß.

Der günstigste Zeitraum für das Angeln auf Güster ist von Mai bis September. Man füttert am
besten mit süßen Futtermitteln an und verwendet beim Grund- und Posenangeln feines Gerät.
Gute Fangplätze sind flache Bereiche mit üppigem Pflanzenbewuchs, vorzugsweise in Ufernähe.
Da dieser Fisch seine Nahrung vom Grund aufnimmt, sollte auch der Köder dort angeboten
werden.


Ctenopharyngodon idella
Graskarpfen

Vorkommen
Regional: Amur
GB: Grass carp, F: Amour blanc, Carpe amour, NL: Graskarper, S: Gräskarp, PL: Crap-de-
iarba, Amurbialy
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Ostasien; hier in Europa wurde der Graskarpfen in
den 60er Jahren eingeführt und ist, da er nicht mehr so häufig besetzt wird, unterschiedlich
stark verbreitet.
Zur selben Gruppe, umgangssprachlich als Grasfische bekannt, gehören der Silber-
(Hypophthalmichthys molitrix) und der Marmorkarpfen (Hypophthalmichthys nobilis), die
allerdings im europäischen Raum aus anglerischer Sicht nicht von Bedeutung sind.

Kennzeichen

Der Graskarpfen ist ein spindelförmiger, lang gestreckter Karpfenfisch ohne Barteln am
breiten, unterständigen Maul. Sein Rücken ist bräunlich-grün gefärbt, während die Flanken
heller grünlich oder grauglänzend und der Bauch weiß erscheinen. Der Hinterrand seiner
großen Schuppen ist dunkel gerandet, so dass ein netzförmiges Muster entsteht. Alle seine
Flossen sind kurz und dunkelgrau gefärbt; die Rückenflosse ist rundlich.

Die besten Köder

Aufgrund seiner messerförmigen, gesägten Schlundzähne und seines Verdauungssystems
ist der Graskarpfen in der Lage, auch harte Pflanzenteile zu zerkleinern bzw. zu verdauen.
Obwohl diese Nahrung schwer verwertbar ist und er deshalb täglich bis zu 120 % seines
Körpergewichts zu sich nehmen muss, ist der Graskarpfen ein strikter Vegetarier.
Ihn zu fangen, ist daher nicht einfach, denn die Köderwahl ist somit ein wenig eingeschränkt.
Am erfolgreichsten ist man mit Boilies; diese sollten einen hohen Anteil Maismehl enthalten
und mit Zusätzen wie Spinat oder Wasserpflanzen (zu feinem Mehl verarbeitet) angereichert
werden. An zweiter Stelle der Erfolgsliste steht Mais; doch alternativ können auch Kartoffeln,
Teige und Stücke von Schilf eingesetzt werden.

Obwohl der Name dies vermuten lässt, gehört der Graskarpfen nicht zur Gattung des Karpfens,
sondern – genau wie auch die anderen als Grasfische bezeichneten Arten – in die Gruppe der
eigentlichen Weißfische um die Gattung Leuciscus. Graskarpfen findet man in Seen, Talsperren,
Weihern, Flüssen und Schifffahrtskanälen. Dort leben sie in den langsam fließenden Zonen
bevorzugt in flacheren Bereichen mit üppiger Unterwasserfauna.

Angeblich sollte sich diese Fischart in Europa gar nicht fortpflanzen, da für den Laichvorgang
eine Wassertemperatur von mindestens 20 °C benötigt wird. Optimal sind für den Graskarpfen
22–29 °C und dies wird in europäischen Gewässern nur selten erreicht. Da sie aber nach wie vor
in den verschiedensten Ländern und Gewässern vorkommen und nur noch selten besetzt werden,
scheint allen Behauptungen zum Trotz doch eine zumindest sporadische natürliche Fortpflanzung
stattzufinden.
Graskarpfen unternehmen ihre Laichzüge flussaufwärts und suchen schnell fließende, kiesige
Bereiche auf. Nachdem die Eier abgegeben wurden, quellen diese stark auf, was sie schwimm-
fähig macht. Während der Laich von der Strömung flussabwärts getragen wird, schlüpfen die
Jungfische innerhalb von 1–2 Tagen und ernähren sich zunächst von Plankton. Doch bereits mit
einer Länge von ca. 3 cm beginnen die Tiere Pflanzennahrung aufzunehmen; reine Vegetarier
sind sie dann mit etwas mehr als dreifacher Größe.
Der Graskarpfen wird maximal bis 1,2 m groß und erreicht in Europa ein Gewicht von ca. 35 kg.
In seiner Heimat, wo er durch das recht warme Wasser sehr schnell wächst und nach dem dritten
Sommer bereits ungefähr die Hälfte seiner Höchstlänge erreicht haben kann, wird er bis zu 50 kg
schwer.

Zwischen Mai und September kann man sich auf die Jagd nach Graskarpfen begeben, doch
bevorzugen sollte man den Juli und August. Diese Fische kann man zu jeder Tageszeit
erhaschen, lediglich nachts gehen sie eher selten an den Haken. In Bereichen mit dichtem
Pflanzenbewuchs, hauptsächlich in flacheren Zonen sind immer gute Angelplätze. Beim
mittelschweren Grund- oder Posenfischen sollten Pop-Up-Köder eingesetzt und dicht über
dem Grund angeboten werden.


Cyprinus carpio
Karpfen

Vorkommen
Regional: Karp, Milchner, Treiber (Männchen), Mutterkarpf (Weibchen), Leimer (steriler Karpfen)
GB: Carp, F: Carpe, ESP: Carpa, NL: Karper, S: Karp, PL: Karpa
Das ursprüngliche europäische Verbreitungsgebiet der Wildkarpfen variiert scheinbar auf-
grund klimatischer Bedingungen und ist daher nicht mehr genau zu rekonstruieren. Es scheint
als gesichert, dass der Karpfen zur Zeit des Römischen Reiches auch in die kühleren Teile
Europas eingeführt wurde. Heutzutage findet man ihn in ganz Europa bis zum Ural, mit
Ausnahme des nordwestlichen und nordöstlichen Skandinaviens; dies gilt auch für die Zuchtf-
ormen.

Kennzeichen

Der Wildkarpfen ist ein lang gestreckter Fisch, während der Körper der Zuchtformen (Spiegel-,
Leder-, Zeil- und Schuppenkarpfen) hochrückiger ist. Alle haben sie eine graublau bis schwarze
Rückenfärbung, bräunlich bis grüngelbe Seiten und einen goldgelben Bauch. Ebenso kenn-
zeichnend sind das vorstülpbare Maul mit vier Barteln und kräftige Hartstrahlen an Rücken- und
Afterflosse. Schuppen- und Wildkarpfen sind vollständig beschuppt; der Spiegler hat unregel-
mäßig verteilte große Schuppen. Der Lederkarpfen ist nackt, während der Zeilkarpfen nur eine
einzige Schuppenreihe entlang der Seitenlinie aufweist.

Die besten Köder

Die Hauptnahrung der Karpfen besteht aus Bodentieren wie Insektenlarven, Würmern,
Schnecken, kleinen Muscheln und Krebsen. Jungtiere ernähren sich von tierischem Plankton
und im erwachsenen Alter werden auch Wasserpflanzen, wenn auch nur in geringem Maße,
verzehrt.
Es gibt viele Möglichkeiten, einen Karpfen an den Haken zu locken, doch in den letzten
Jahren haben sich Boilies als am erfolgreichsten herausgestellt. Wichtig beim Karpfenfang
ist es, die natürliche Nahrungsgrundlage des Angelgewässers zu kennen, damit man – wenn
der Topköder versagt – genügend Ausweichmethoden hat. Neben typischen weiteren
Karpfenködern wie Würmer, Kartoffeln, Teig, Mais, Brot, Kichererbsen, Tigernüsse, Pellets
und sogar Hunde- bzw. Katzenfutter sollte man immer die Augen offen halten und alles aus-
probieren, was die Natur zu bieten hat.

Der Karpfen ist die Stammform der Familie der Cypriniden und neben der Wildform gibt es
mindestens vier Zuchtformen im europäischen Verbreitungsgebiet. Man findet ihn sowohl in
Seen als auch Teichen und Flüssen und im Allgemeinen passt er sich den Gegebenheiten
seiner Wohngewässer an, selbst wenn sie recht extrem sein sollten. Sogar sehr niedrige
Sauerstoffwerte vermag er zu ertragen. Dennoch fühlt er sich selbstverständlich unter optimalen
Bedingungen wohler und so kommt er gleichermaßen nicht nur in stehenden, sondern auch in
langsam fließenden Gewässern vor. Der Karpfen liebt es warm und bevorzugt sandigen oder
schlammigen Bodengrund. Weiterhin kennzeichnend ist seine Vorliebe für einen reichen
Pflanzenbestand, da er sich gern in Krautbetten, Seerosenfeldern und ähnlichen Bereichen
aufhält.

Wärme und Pflanzen sind auch für seine Fortpflanzung wichtig; auch wenn die Laichzeit meist
zwischen Mai und Juni stattfinden soll, so ist letztendlich die Witterung für den genauen Zeitraum
ausschlaggebend. Es kann daher vorkommen, dass es bis in den Juli hinein dauert, bis die
Karpfen abgelaicht haben. Und in sehr warmen Sommern laichen die Tiere manchmal sogar ein
zweites Mal ab. Sobald das Wasser eine Temperatur von 18 °C erreicht hat, suchen die Karpfen
die wärmsten Uferzonen ihres Gewässers auf. Unumgänglich ist, dass dieser Bereich über
genügend Pflanzenbewuchs verfügt, da die Eier an Pflanzenteilen abgelegt werden. Fluss-
bewohnende Cypriniden benötigen übrigens überschwemmte Gebiete, um sich fortzupflanzen;
d. h. sie ziehen während der Laichzeit bei Hochwasser aus den Flüssen und vollziehen den Akt
dann vorzugsweise über den Grasflächen in höchstens 40 cm hohem Wasser. Zusätzlich
existieren auch diverse Brackwasserformen dieser Fischart im Kaspischen und Schwarzen Meer.
Diese wandern zum Ablaichen in die Überschwemmungsflächen der Unterläufe.
Jedes Karpfenweibchen legt 200 000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht, die eine Größe von
1,6–2,0 mm haben. Dabei ist es nicht selten, dass sich dies über mehrere Tage hinzieht und an
unterschiedlichen Stellen stattfindet, wobei das Weibchen sich nicht mit einem männlichen
Vertreter zufrieden gibt. Bis zu 15 Milchner (Männchen) kommen sozusagen zum Einsatz und –
zumindest theoretisch – könnte man die Karpfen sogar bei der Fortpflanzung beobachten, denn
sie verlieren jegliche Scheu und lassen sich kaum stören. Nach 3–5 Tagen schlüpfen die
Jungtiere, die vorerst Plankton verzehren. Sie gehen aber bereits bei einer Größe von ca. 2 cm
dazu über, den Bodengrund nach Nahrung zu durchwühlen.
Die Zuchtformen dieses Fisches erreichen eine Durchschnittsgröße von 40–60 cm und ein
Gewicht zwischen 2–5 kg. Maximal kann die Länge 120 cm betragen, wobei sie dann bis zu
30 kg schwer sind. Karpfen können sehr alt werden; Tiere bis zu 50 Jahren sind erwiesen.

Die beste Karpfenzeit liegt, allgemein gesagt, zwischen März und Dezember. In Fließgewässern
beginnt die Saison ab März bis Mitte April und dann wieder ab Juli bis in den Dezember hinein.
Der Zeitpunkt für den „Startschuss“ ist davon abhängig, wann die Fische witterungsbedingt mit
dem Ablaichen beginnen können bzw. wann die Fortpflanzungszeit wieder vorüber ist. In
stehenden Gewässern beginnt die Hauptfangzeit meist 2–4 Wochen später und endet bereits
im November. Der Grund für die Unterschiede ist recht einfach: Die Seen, in denen sich der
Karpfen gern aufhält, sind oftmals sehr tief. Daher dauert es länger, bis sich das Wasser erwärmt
hat. Da Karpfen nicht nur bei der Fortpflanzung temperaturabhängig sind, sondern generell
Wärme bevorzugen, ist die Zeitspanne daher im stehenden Gewässer etwas größer, bis sie
richtig aktiv werden. Außerdem verbrauchen sie im ruhigen Wasser weniger Energie als im Fluss,
wo sie gegen die Strömung ankämpfen müssen.
Oft hört man, dass Karpfen an sich dämmerungsaktiv seien und tagsüber bevorzugt in tieferen
Wasserschichten ruhen. Das ist jedoch nur teilweise richtig, denn diese Fische sind sehr launisch.
Gerade das Verhalten der Karpfen ist in besonderem Maße abhängig von ihrem Wohngewässer.
Es gibt unzählige Faktoren, die sie beeinflussen; wenn man langfristig gute Fänge erzielen
möchte, muss man sich damit eingehender befassen.
Der Karpfen kann zu jeder Tages- und Nachtzeit gefangen werden. Die genannten Stellen, an
denen er sich bevorzugt aufhält, sind immer gute Fangplätze, wobei sich das Anfüttern als vorteil-
haft erwiesen hat. Grund- und Posenfischen mit dicht über dem Grund angebotenem Köder sind
ebenso Erfolg versprechend wie das Oberflächenangeln mit schwimmenden Ködern.


Esox lucius
Hecht

Vorkommen
Regional: Wasserwolf, Schnäbele
GB: Pike, F: Brochet, Lanceron, ESP: Lucio, NL: Snoek, S: Gädda, PL: Szczupak
Der Hecht ist der am weitesten verbreitete Süßwasserfisch überhaupt, da er auch noch in
weiten Teilen des nördlichen Nordamerikas bzw. Asiens bekannt ist. Im europäischen Raum
fehlt er im Mittelmeerraum sowie in Nordschottland, auf Island und in Westnorwegen. Auf der
Iberischen Halbinsel beschränkt sich sein Vorkommen vom Unterlauf des Tejo (Portugal)
bis etwa Talavera de la Reina (Spanien); ansonsten ist er allerorts zu finden.

Kennzeichen

Der Hecht hat einen lang gestreckten, spindelförmigen Körper und einen stark bezahnten
Entenschnabelkopf. Seine Seitenlinie zieht sich bis zum Schwanzstiel, ist aber mehrfach
unterbrochen. Die Rückenfärbung ist dunkelgrün bis schwärzlich, die Seiten sind graugrün-
gelblich gebändert; oftmals mit goldenen Flecken versehen. Seine Rückenflosse ist weit
nach hinten gerückt.

Die besten Köder

Bis zur Länge von 5 cm frisst der Junghecht lediglich Plankton. Danach geht er auf Fisch
jeglicher Art über, jagt im Grunde aber alles, was ihm vors Maul kommt wie z. B. Frösche,
Wasservögel und kleine Säugetiere. In Gewässern mit dichtem Hechtbestand neigt er zu
Kannibalismus.
Einen Räuber wie diesen fängt man am besten mit Köderfischen. Hat man keine zur Hand,
kann man alternativ auf alle Spinnerformen, Wobbler, Blinker oder Gummifische zurückgreifen.

Bedenkt man, dass der Hecht ein extrem weites Verbreitungsgebiet hat, dürfte sofort klar sein,
dass es sich hier um einen sehr anpassungsfähigen Fisch handelt. Sein bevorzugter Lebensraum
sind klare Gewässer mit Kiesgrund; diese können sowohl stehend als auch langsam fließend sein.
Er liebt strukturreiche Uferzonen, die üppigen Pflanzenbewuchs aufweisen; Seen, die leicht
sommertrüb sind, sind aber ebenfalls für ihn geeignet. Hechte können sich farblich ihrer Umgebung
anpassen, so dass sie trotz ihrer Größe kaum sichtbar sind. Aber auch sonst sind die Fische recht
flexibel und passen sich gut an die Bedingungen ihres Lebensraums an. So sind küstennahe
Bewohner häufig sogar im Brackwasser vorzufinden. Im Gebirge ist der Hecht ebenfalls heimisch –
bis in Höhen um die 1 500 m.
Der Hecht ist ein tagaktiver Fisch und großer Räuber. Normalerweise verharrt er regungslos in
seinen Verstecken, um einer möglichen Beute aufzulauern. Vorzugsweise geschieht dies in den
flachen Uferbereichen, wo er sich innerhalb der Vegetation sehr gut verbergen kann. Hier steht er
in Oberflächennähe und wartet, bis ein geeignetes Beutetier in Reichweite kommt. Ganz plötzlich
und pfeilschnell schießt er dann hervor und packt zu. Falls er die Beute jedoch verfehlt, verfolgt er
sie in den meisten Fällen nicht, sondern geht wieder in Deckung, um auf die nächste Gelegenheit
zu warten.
Ist er in einem großen See beheimatet, kann man ihn aber auch schon mal im Freiwasser vor-
finden. Dort hält er sich bevorzugt in der Nähe großer Fischschwärme auf, denn hier hat er gute
Chancen, bei einem Fehlschlag gleich den nächsten Beutefisch zu ergreifen. Hechte sind weder
ausdauernde noch schnelle Schwimmer. Aber das ist wohl kein großes Problem für ihn, da er bei
der möglichen Nahrung nicht wählerisch ist. Am liebsten frisst er zwar Karpfenfische, doch
schnappt er sich alles, was ihm vors Maul kommt. Dabei ist es für ihn völlig nebensächlich, ob
dies dann nicht einmal ein Fisch ist: Frösche und Wasservögel gehören beispielsweise genauso
zu seinen Beutetieren. Wohnt er in einem Gewässer, in dem so viele Hechte leben, dass die
Nahrungsbeschaffung möglicherweise Schwierigkeiten bereitet, frisst er auch seine Artgenossen.
So werden auf einfache, aber effektive Weise Übervölkerungsprobleme gelöst.
Ein anderes Problem verursachen in manchen Fällen seine rückwärts gerichteten Zähne, die an
sich dafür Sorge tragen, dass die Beute nicht mehr entkommen kann, sobald sie vom Hecht
gepackt wurde. Im Grundprinzip ist dies eine recht praktische Sache, doch wenn der Hecht ein
Beutetier gepackt hat, das eigentlich zu groß für ihn ist, kann er dies auch nicht wieder auswürgen.
Im schlimmsten Fall kann er daran sogar ersticken; doch stattdessen ist es häufiger, dass man
einen Hecht sieht, dem ein Beutefisch zum Teil aus dem Maul herausragt, während der Rest sogar
schon weitgehend verdaut ist.

Im Februar beginnt die Fortpflanzungszeit der Hechte und dauert bis in den Mai. Während dieser
Phase suchen die Tiere bevorzugt Überschwemmungszonen auf bzw. seichte, verkrautete Zonen
im Uferbereich. Die weiblichen Hechte können über 300 000 Eier legen und vollziehen den Akt
mit zwei oder drei Männchen. Die Eier sind zwischen 2,5 und 3 mm groß und recht klebrig, so
dass sie an den Wasserpflanzen haften. Hechte wachsen recht schnell und können, wenn aus-
reichend Nahrung vorhanden ist, im ersten Lebensjahr eine Länge von über 30 cm erreichen. Ihre
Durchschnittsgröße liegt zwischen 40 und 80 cm; die richtig Kapitalen können bei 1,5 m Länge
über 20 kg schwer werden.

September bis Januar sowie der Mai sind die besten Monate für den Hechtfang. Günstige Stellen
sind beispielsweise Bereiche, an denen sich kleine Weißfische in Schwärmen aufhalten, wo sie
als Hechtbeute geradezu auf dem Präsentierteller liegen. Außerdem sollte man jegliche Möglichkeit
an Unterständen ins Auge fassen: Gute Plätze sind hier Krautbänke, unterhöhlte Ufer, versunkenes
Holz und Ähnliches, bei denen man am besten tagsüber und in der Morgen- und Abenddämmerung
seine Köder anbietet. In Frage kommen sowohl das Grund- und Posenfischen als auch die Spinn-
angelei, wobei man aufgrund der starken Bezahnung des Hechtes auf jeden Fall ein Stahlvorfach
verwenden sollte. Die Angeltiefe richtet sich nach der Position des jeweiligen Unterstands oder
Verstecks.



Oncorhynchus mykiss
Regenbogenforelle

Vorkommen
Regional: Stahlkopfforelle, Regenbogner, Teichlachs
GB: Rainbow trout, Steelhead trout, F: Truite arc-en-ciel, ESP: Trucha arcoiris,
NL: Regenboogforel, S: Regnbågslax, PL: Pstrag teczowy
Auch wenn die Regenbogenforelle ursprünglich in Europa nicht natürlich verbreitet war,
ist sie heutzutage in den gemäßigten Klimazonen überall vertreten. Größtenteils liegt dies
an Besatzmaßnahmen, doch z. B. in Deutschland gibt es regional inzwischen sich natürlich
reproduzierende Bestände.

Kennzeichen

Die Regenbogenforelle ist ein gestreckter, seitlich etwas abgeflachter Fisch mit stumpfer
Schnauze und einer Fettflosse. An den ersten Kiemenbögen sind nur die mittleren Reusen-
dorne stäbchenförmig ausgezogen. Der Fisch hat einen blaugrauen Rücken, rötlich-violett
schimmernde Seiten und einen silbrigen Bauch. Mit Ausnahme der Unterseite ist der
gesamte Fisch mit vielen kleinen schwarzen Flecken gemustert. Der Schwanzstiel ist ab-
geflacht und ziemlich hoch.
Da die ursprüngliche, aus Amerika stammende Wildart der züchterischen Auslese unterworfen
war, haben sich allerdings mehrere Unterarten gebildet. Verschiedene Merkmale wie z. B.
Körpergestalt, Zahl der Wirbel und Färbung können daher sehr variieren.

Die besten Köder

Junge Regenbogenforellen fressen Plankton und wirbellose Tiere, die älteren Exemplare
hingegen neben Insekten und Bodentieren (z. B. Krebse) aller Art, auch Fische und Amphibien
sowie deren Laich.
Bei der Köderwahl hat man entsprechend vielfältige Möglichkeiten; als Topköder kommen
Würmer, Teige sowie Nass- bzw. Trockenfliegen in Betracht. Daneben kann man auch kleine
Spinner, kleine Wobbler (z. B. Regenbogendekor), kleine Blinker und Froschnachbildungen
aus Gummi einsetzen. Weiterhin fängig sind Maden, Mais, Heuschrecken und nachgefärbte
Lachseier. Metallköder sollten am besten silber- oder goldfarben sein; bei den Teigen sind
auftreibende erfolgreicher.

Die Regenbogenforelle ist ein Liebhaber der fließenden Gewässer – entsprechend bevorzugt
sie Flüsse und Ströme. Da sie im europäischen Raum hauptsächlich durch Besatz verbreitet wird,
findet man sie jedoch ebenso in Seen und Teichen. Regenbogenforellen sind nicht standorttreu
und beanspruchen große Reviere. Sie sind nicht sonderlich scheu und jagen auch gern im Frei-
wasser, obwohl sie hauptsächlich in Tiefen bis zu 10 m in Bodennähe fressen. Am liebsten hält
sich dieser Fisch im schäumenden Wasser unter Wasserfällen, in tiefen Rinnen und in der
Gegenströmung von Kehren auf.
Im Grunde sagt man ihr nach, sie sei weitaus unempfindlicher als die Bachforelle, da sie
wärmeres Wasser verträgt und auch keine so großen Schwierigkeiten mit trüben und
sauerstoffärmeren Gewässern zu haben scheint. Verfügt das Gewässer ansonsten über recht
gute Bedingungen, so kommt sie den Sommer über mit Wassertemperaturen um 22 °C zurecht;
sogar eine kurzzeitige Erwärmung wirkt sich nicht sonderlich negativ aus.
Dies trifft allerdings nur dann zu, wenn sie frühzeitig besetzt wird. Für Tiere, die das erste
Lebensjahr bereits vollendet haben oder schon gänzlich ausgewachsen sind, ist dies dagegen
recht problematisch. Solche Besatzmaßnahmen kommen leider immer wieder vor, um das
betreffende Gewässer anglerisch attraktiver zu machen. Die bisher an Kunstfutter gewöhnten
Fische werden dafür vor dem Besatz regelrecht ausgehungert, da sie ansonsten kaum auf die
Köderangebote reagieren würden. Doch droht den Tieren, wenn sie nicht zuvor gefangen
werden, ein bitteres Ende: Durch Hunger und Temperaturschock bereits geschwächt, sind sie
kaum in der Lage, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen; hinzu kommen Krankheiten
(u. a. durch Verpilzen) und letztendlich der Tod.
Dagegen wird die Regenbogenforelle bei vernünftigen Besatzmaßnahmen aufgrund ihrer
verminderten Empfindlichkeit hauptsächlich in solche Gewässer eingebracht, aus denen ihre
heimische Verwandte, die Bachforelle, mehr oder weniger verschwunden ist. Dies bezieht sich
nicht nur auf Gewässer mit verschlechterter Wasserqualität, sondern auch auf solche, in denen
durch Begradigungen mehr und mehr die notwendigen Unterstände fehlen.

Die genaue Fortpflanzungszeit festzulegen, ist bei diesem Fisch gar nicht so einfach, denn diese
ist vom jeweiligen Zuchtstamm abhängig. Außerdem beruhen die meisten Angaben haupt-
sächlich auf der Vermehrung in ihrer ursprünglichen Heimat Nordamerika. Die Regenbogenf-
orelle kann sich zwar auch in Europa in Freiheit fortpflanzen, doch ihre Einbürgerung gelingt eher
selten und ebenso sieht es mit der natürlichen Reproduktion aus. Die Laichzeit liegt zwischen
November und Mai und beginnt damit, dass das Weibchen einen geeigneten Platz sucht, der
über sandigen oder kiesigen Bodengrund verfügt. Hier beginnt sie eine Grube zu schlagen,
während das Männchen um sie wirbt – sofern es nicht damit beschäftigt ist, eventuelle Neben-
buhler zu verjagen. Sobald die Laichgrube fertig ist, folgt das Männchen dem Weibchen dort
hinein und Seite an Seite werden Eier und Milch abgegeben. Im Anschluss befruchtet ein zweites
Männchen das Gelege. Das Weibchen beginnt nun, eine zweite Laichgrube in direkter Nachbar-
schaft auszuheben; dabei bedeckt sie mit dem ausgehobenen Sand oder Kies die erste Grube.
Pro Laichvorgang werden 700–4 000 Eier in 3,5–6,0 mm Größe abgegeben. Bis das Weibchen
alle Eier (ca. 2 000 pro kg Körpergewicht) gelegt hat, wiederholt sich das Fortpflanzungsritual
über mehrere Tage hinweg.
In ihrer Heimat wird die Regenbogenforelle bei einer Länge von 130 cm bis zu 15 kg schwer; in
Europa sind Durchschnittswerte von 30–50 cm und 5 kg bekannt. Sie wachsen recht schnell ab
und können daher für den einheimischen Fischbestand ihrer Gewässer zur ernsten Bedrohung
werden. Sie verspeisen übrigens nicht nur Fische und deren Laich, sondern schrecken auch vor
den eigenen Artgenossen nicht zurück.

Zwischen Juli und September ist die beste Zeit für das Angeln auf Regenbogenforellen. Mit
mittelschwerer Fliegen- oder Spinnrute ist man bestens bedient. Gute Fangplätze sind
unterspülte Ufer, überhängende Bäume sowie Gumpen, in denen man den Köder, je nach
Beißlaune, zwischen Oberflächennähe und Tiefen bis zu 10 m anbietet.



Perca fluviatilis
Flussbarsch

Vorkommen
Regional: Kretzer, Egli, Bersig
GB: Perch, F: Perche, ESP: Perca, NL: Baars, S: Abborre, PL: Okon
Der Flussbarsch ist in Europa die häufigste Barschart und daher auch am weitesten
verbreitet. Außer in Schottland und Teilen Skandinaviens kommt er von Westeuropa bis
Sibirien vor; in Deutschland und anderswo fehlt er in den Gebirgsbächen. In Portugal und
dem Mittelmeerraum ist er nicht vertreten; in Spanien findet man ihn nur im Nordosten.

Kennzeichen

Der Flussbarsch hat einen seitlich abgeflachten Körper, der im Alter oft hochrückig ist.
Seine Rückenfärbung ist dunkelgrün, die Seiten variieren von messinggelb bis grünlich
und sind mit 5–9 schwärzlichen, breiten Querbinden versehen. Der Bauch ist silberweiß
und verfügt manchmal über einen rötlichen Schimmer. Auf der, mit starken Stacheln
versehenen, ersten Rückenflosse trägt er einen blauschwarzen Fleck; Bauch-, After und
hintere Rückenflosse haben vorn einzelne Stachelstrahlen. Die Flossenfärbung ist meist
rötlich; manchmal – je nach Vorkommen – auch gelblich. Weitere Kennzeichen sind die
rauen Kammschuppen, das mittelgroße endständige Maul und der starke Dorn an den
Kiemendeckeln.

Die besten Köder

Während sich die Jungtiere von Plankton und kleinen Bodentieren ernähren, bevorzugen
die erwachsenen Barsche kleine Fische, Flohkrebse, Insekten und Würmer.
Am besten beißen Flussbarsche auf sämtliche Spinnertypen, Zocker und Twister; auch
kleine Köderfische verachten sie selten. Alternativ kann man fliegende Löffel, Wobbler,
rohes Fleisch, Maden, Fischstücke sowie Tau- oder Rotwürmer einsetzen.

Die weite Verbreitung und das häufige Vorkommen des Flussbarschs erklärt sich durch die
geringen Ansprüche, die er an seinen Lebensraum stellt. Man findet ihn daher sowohl in
stehenden als auch fließenden Gewässern, wobei er lediglich kleine flache Seen und Bäche
meidet, die stark verschlammt sind. Die Flüsse bewohnt er bis in die Oberläufe und selbst im
Brackwasser der Ostsee ist er nicht nur sehr zahlreich, sondern auch in recht großen
Exemplaren anzutreffen. Nicht einmal das Gebirge lässt er aus, denn in Höhen bis zu 1 000 m
kann man ihm ebenfalls begegnen. So unterschiedlich die Wohngewässer sind, so verschieden
sind seine Verhaltensmuster und auch die bevorzugte Nahrung, die bisweilen recht stark variiert.
Am liebsten hält er sich jedoch in warmen Bereichen von Gewässern auf, die über eine aus-
reichende Tiefe, langsame Strömung und festen Bodengrund verfügen. Dennoch wird man ihn
in den unterschiedlichsten Bereichen vorfinden; egal ob im Freiwasser in jeglicher Tiefe oder im
Uferbereich – man muss immer und überall mit ihm rechnen.
Junge Barsche bilden gern Schwärme; ebenso trifft dies auf eher kleinere Exemplare dieser Art
zu. Richtig kapital werden Barsche nur, wenn sie in einem tiefen Gewässer beheimatet sind,
welches eher nährstoffarm ist. In anderen Lebensräumen bleiben sie klein, verbutten also, und
so ist es dann nicht verwunderlich, wenn man Tiere von nicht einmal 10 cm Länge vorfindet, die
bereits geschlechtsreif sind.
Die Barschschwärme bevorzugen ein Leben in Ufernähe oder in flacheren Gewässerabschnitten
bzw. über Unterwassererhebungen, den so genannten Barschbergen; dies trifft auch auf die
kleinwüchsigen Exemplare zu. Ermöglicht der Lebensraum dagegen ein Abwachsen zur
Maximalgröße, entwickeln sich die Fische zu Einzelgängern, die sich vorwiegend in der Tiefe
aufhalten. Sie leben zunehmend räuberisch und fressen sogar eigene Artgenossen. Dabei
stehen sie zwar generell gern hinter Baumwurzeln, an Buhnenköpfen u. ä., doch sind sie reine
Jäger und verfolgen einen möglichen Beutefisch auch gezielt. Barsche sind also keine
stationären Fische, da sie häufig ihre Umgebung durchziehen. Dennoch finden sie sich immer
wieder an ihren bevorzugten Stellen ein; es kommt daher ganz auf die jeweilige Umgebung an,
wie sie sich vorwiegend verhalten.
Richtig interessant wird es in großflächigen Gewässern, die zudem noch überaus reich an
Strukturen sind. Hier wird man nicht nur beide Größen- und Verhaltensformen des Barsches
vorfinden, sondern auch noch verschiedene Übergänge wie z. B. Gruppen von größeren
Exemplaren, die gemeinsam auf Beutefang gehen.

Die Fortpflanzung der Barsche findet in der Zeit von März bis Juni statt und erfordert eine
Wassertemperatur von 7–8 °C. Die Tiere suchen sich Bereiche über Wasserpflanzen, Steinen
oder anderen Gegenständen wie z. B. versunkenes Holz. Die Eier, von denen pro Weibchen
bis zu 200 000 Stück abgesetzt werden, sind in lange Bänder eingebettet, die aus einem
gallertartigen Material bestehen. Sie legen sich kreuz und quer an das Laichsubstrat an und
können bis zu 2 cm breit sein. Nach dem Ausstoßen des Laiches wird dieser sogleich
befruchtet, wobei an diesem Vorgang auch mehrere Männchen beteiligt sein können. Etwa
zwei oder drei Wochen später schlüpfen die Jungtiere. Flussbarsche wachsen sehr langsam;
die Durchschnittsgröße beträgt 15–35 cm, wobei bei Größen von über 30 cm meist bereits
ein Alter von 15 Jahren erreicht worden ist. Maximale Längen von 50 cm bei einem Gewicht
um 3 kg sind bekannt.

Den neugierigen Barsch kann man das ganze Jahr über zum Anbiss verführen, doch die
allerbeste Zeit ist im Hochsommer und Herbst. Mit feiner bis mittlerer Grund-, Posen- oder
Spinnangel kann man den Ansitz wagen. Die Stärke des Geräts richtet sich hauptsächlich
nach der Wahl des Köders, der übrigens nicht zu klein ausfallen sollte, da Barsche gern auf
größere Objekte beißen. Man bietet sie in unterschiedlichen Angeltiefen und -bereichen –
je nach Gewässer und Größe der vorkommenden Barsche – an, wobei beim Spinnangeln
häufig auf ruckartig geführte Köder gebissen wird. Der Einsatz eines feinen Stahlvorfachs ist
dabei anzuraten, da in den typischen Barschgewässern meist auch der Hecht heimisch ist.



Rutilus rutilus
Rotauge, Plötze

Vorkommen
Regional: Riddau, Rotaschel, Rottele, Bleier, Zicke
GB: Roach, F: Gardon, ESP: Rutilo, NL: Blankvoorn, S: Mört, PL: Ploc
Das Rotauge kommt in fast ganz Europa vor; die östliche Grenze liegt in Sibirien. Die
Bereiche südlich der Alpen und Pyrenäen sowie Nordwestskandinaviens und die Oberläufe
von Bächen und Hochgebirgsseen lässt es aus. Ebenso fehlt diese Art im Mittelmeerraum;
stattdessen ist dort und im Nordwesten der Iberischen Halbinsel die südeuropäische Plötze
(Rutilus rubilio) verbreitet. Der Escalo (Rutilus arcasi) und mehrere andere Unterarten bzw.
anadrome Wanderformen kommen ebenfalls in diesen Gebieten vor.

Kennzeichen

Die Körperform des Rotauges ist, je nach Nahrungsangebot, hochrückig bis schlank. Die
Grundfärbung des Fisches ist silbrig glänzend mit einem grünlich oder bläulich verdunkelten
Rücken. Der weiße Bauch ist während der Laichzeit leicht rötlich. Rücken-, Brust- und
Schwanzflosse weisen eine grau-rötliche Farbe auf; die nicht oder kaum gekielten Bauch-
bzw. Afterflossen sind stattdessen orangefarben bis rot. Der Fisch verfügt zwischen diesen
Flossen über abgerundete Schuppen und der Bauchflossenansatz ist senkrecht unter dem
der Rückenflosse. Die Regenbogenhaut der Augen variiert von orangefarben bis rot.

Die besten Köder

Rotaugen haben ein recht breites Nahrungsspektrum, das aus Insekten und deren Larven,
Pflanzenresten, Plankton, kleinen Muscheln, Schnecken und Wirbellosen aller Art besteht.
Ihre Vorlieben richten sich nach dem Angebot des jeweiligen Wohngewässers. Größere
Rotaugen erbeuten gelegentlich auch kleine Fische.
Maden, Caster (frisch verpuppte Maden) und Hanf haben sich beim Angeln auf Rotaugen
als Topköder bewährt; doch falls diese einmal nicht so fängig sind, bietet die Köderpalette
ein reichhaltiges Spektrum an Alternativen. Neben den üblichen Verlockungen wie Würmer,
Larven, Teige, Kartoffelstückchen und Weißbrotflocken lohnt der Versuch mit Algen, Weizen
oder einer Kombination aus Mais bzw. Castern und Maden.

Das gegen Verschmutzungen recht unempfindliche Rotauge bevorzugt stehende oder langsam
fließende Gewässer, doch aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit ist es darauf nicht unbedingt
festgelegt. Am liebsten halten sich Rotaugen in Schwärmen in vegetationsreichen Uferzonen,
Krautbetten oder an Schilfkanten bis zu mittleren Wassertiefen auf. Lediglich größere Exemplare
findet man in tieferen Bereichen, meist am Bodengrund, wobei sie sich gelegentlich sogar
räuberisch ernähren. Der Körperbau der Rotaugen richtet sich nach dem vorhandenen
Nahrungsangebot. Bieten sich genügend Kleintiere wie z. B. Muscheln und Schnecken,
entwickeln sich die Tiere zu einer hochrückigen Form; ansonsten bleiben sie eher schlank und
neigen bei Mangel an tierischer Nahrung sogar zur Verbuttung.

Die Laichzeit der Rotaugen findet zwischen April und Mai statt; je nach Witterung kann sich dies
allerdings bis Juni hinziehen. In größeren Fließgewässern finden zudem Laichwanderungen statt.
Das Männchen nimmt während dieser Zeit eine intensivere Färbung an und bildet an Kopf und
Rumpf einen Laichausschlag. In großen Schwärmen wird in flachen Bereichen mit üppigem
Pflanzenbewuchs geräuschvoll abgelaicht. Über 100 000 Eier von 1,0–1,5 mm Größe, die an
Pflanzen, Wurzeln oder Ähnlichem haften, werden von jedem Weibchen gelegt. Die nach 5–10
Tagen schlüpfenden Jungtiere sind erst 3–8 Tage nach dem Aufzehren ihres Dottersacks
schwimmfähig. Durchschnittlich werden Rotaugen 15–30 cm groß und bis zu 0,5 kg schwer.
Maximal erreichen sie 1,5–2,0 kg Gewicht, wobei Tiere über 40 cm Länge eher eine Ausnahme
sind.
Obwohl Rotaugen besonders gut im Juli und August und von September bis November beißen,
kann man sie dennoch ganzjährig fangen. Beim Grund- und Posenfischen kann man ihnen mit
feinem Gerät, also einer dünnen Schnur und einem kleinem Haken, den ganzen Tag über
nachstellen. Erfolg versprechende Plätze sind seichte Buchten, Bootsstege, Schilfgürtel und
Krautbetten, wo man mit lockeren, Wolken bildenden Futterballen mit herbem oder würzigem
Geschmack anfüttern sollte.



Scardinius erythrophthalmus
Rotfeder

Vorkommen
Regional: Rötel, Rotflosser, Roddo, Gelbauge
GB: Rudd, F: Rotengle, Sergent, ESP: Gardi, NL: Ruisvoorn, Rietvoorn, S: Sarv, PL: Wzdrega
Die Rotfeder ist in Europa recht weitläufig verbreitet. In Skandinavien kommt sie jedoch nur
in Dänemark und im äußersten Süden Schwedens und Finnlands vor. Sie fehlt in Schottland,
Süditalien und im äußersten Nordwesten Frankreichs sowie in der südlichen Türkei und
Nordrussland. Ansonsten ist sie, außer auf dem Peloponnes in Griechenland, wo stattdessen
die Griechische Rotfeder (Scardinius graecus) vorkommt, überall heimisch.

Kennzeichen

Die Rotfeder ist ein hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Fisch mit braungrüner Rücken-
färbung, gelbgoldenen Flanken und einem weißen Bauch. Alle ihre Flossen sind rötlich bis
leuchtend rot; die Rückenflosse steht deutlich hinter den Bauchflossen. Sie hat große
Schuppen, die einen scharfen Kiel zwischen den Bauchflossen und dem After bilden.
Kennzeichnend sind zudem das kleine oberständige Maul und die gelblich bis goldfarben
glänzenden Augen.

Die besten Köder

Die Rotfeder ernährt sich hauptsächlich von Pflanzenteilen und -aufwuchs, doch nimmt sie
ebenfalls Plankton und kleine wirbellose Tiere zu sich.
Als Topköder haben sich Maden, Mais und Brotteig herausgestellt. Auch die Kombination
von Mais und Made ist äußerst erfolgreich. Weiterhin kann man sein Glück mit Insekten
aller Art (abhängig vom Wohngewässer), kleinen Rot- oder Mistwürmern, Goldschwänzen,
Castern (frisch verpuppte Maden) und Trockenfliegen versuchen. Ausprobieren sollte man
zudem noch Brotflocke bzw. Brotrinde mit anhaftender Krume.

Die Rotfeder bevorzugt nicht zu tiefe Gewässerabschnitte mit üppiger Vegetation und lebt daher
vorwiegend in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Man findet sie hauptsächlich in
ruhigen Uferbereichen oder an bzw. in Schilfgürteln und Krautbetten an der Oberfläche. Nur im
Winter zieht sie sich in tiefere Bereiche zurück. Sie kommt zwar nicht in so großen Stückzahlen
wie das Rotauge vor, bildet aber ebenso, wenn auch kleinere, Schwärme. Rotfedern ertragen
problemlos einen geringen Sauerstoffgehalt, doch gegenüber Verschmutzungen sind sie sehr
mpfindlich. Dafür kommen sie, da sie recht resistent gegen hohe Salzkonzentrationen sind,
auch in Brackwassern vor. Im Allgemeinen findet man sie überall dort, wo das Wasser im
Sommer mindestens 22 °C erreicht.

Die Laichzeit der Rotfedern beginnt im April und kann ungefähr bis Juni dauern. Abhängig ist
dies von der Witterung, da die Fische mindestens 18 °C Wassertemperatur zur Fortpflanzung
benötigen. Sie laichen in kleinen Gruppen oder paarweise in der Unterwasservegetation ab.
Hierbei werden die rötlichen, aber transparenten Eier an die Pflanzen geklebt. Jedes Weibchen
legt bis zu 200 000 Eier von bis zu 1,5 mm Größe. Nach dem Schlüpfen dauert es noch bis zu
zehn Tage, bevor die Jungtiere schwimmfähig sind und daher ernähren sie sich in dieser Phase
noch von ihrem Dottersack.
Eine durchschnittliche Rotfeder ist zwischen 20 und 30 cm lang; maximal kann sie 45 cm Länge
erreichen und dabei bis zu 1 kg wiegen. Diese Fische sind verhältnismäßig sehr langlebig und
bislang ist ein Alter von 19 Jahren nachgewiesen.

Von Frühling bis Herbst kann man den Rotfedern nachstellen; besonders erfolgreich wird man
allerdings in den Sommermonaten sein. Mit feiner Posen- oder Grundrute sollte man seine
Köder in Bereichen mit starkem Pflanzenbewuchs anbieten. Gute Plätze sind neben Schilf und
Krautbetten auch Seerosenfelder, wo man in mittlerer Wassertiefe bis zur Oberfläche fischen
sollte.



Silurus glanis
Wels, Waller

Vorkommen
Regional: Scharrn, Schaden
GB: Catfish, F: Silure glane, ESP: Siluro, NL: Meerval, S: Mal, PL: Sum
Vor ungefähr 100 Jahren wurde der Wels, dessen ursprüngliches Verbreitungsgebiet vom
Aralbecken bis nach Ostfrankreich bzw. zum Stromgebiet der Elbe reichte, in Großbritannien
eingeführt. Heutzutage ist er nahezu in ganz Europa durch Besatz heimisch geworden;
lediglich im Norden (z. B. Südschweden) ist er stark rückläufig. Dafür findet man in Spanien,
Italien, Frankreich und Deutschland sowie Rumänien und Ungarn besonders gute Bestände
vor.

Kennzeichen

Beim Wels handelt es sich um einen sehr großen, lang gestreckten Fisch, der vorn im
Querschnitt rund, jedoch hinter dem After seitlich abgeflacht ist. Seine Flanken sind heller
als der dunkelgrün oder braun bis schwärzliche Rücken und mit dunkler Marmorierung
versehen; sein Bauch ist dagegen schmutzig weiß. Er hat einen sehr breiten, flachen Kopf
mit winzigen Augen und großem Maul, das innen mit zahlreichen kleinen, nach hinten
gekrümmten Zähnen besetzt ist. Der Fisch trägt zwei lange Barteln an der Oberlippe und
vier weitere an der Unterseite des Kopfes. Er trägt keine Schuppen, hat eine sehr kurze
Rücken- sowie eine kleine Schwanzflosse. Seine Afterflosse und sein Schwanzstiel sind
stark verlängert.

Die besten Köder

Frisst der Wels als Jungtier noch typische Bodennahrung wie Würmer, Insektenlarven,
Schnecken und kleine Krebse, so macht er als Erwachsener vor fast nichts mehr Halt. Er f
risst sowohl Fische als auch Amphibien und Krebse – selbst Wasservögel und kleine
Säugetiere sind nicht vor ihm sicher.
Am erfolgreichsten bei der Köderwahl sind Fische und Tintenfisch; vor allem die Verwendung
von Aalen hat sich bewährt. Aber auch Bündel von Tauwürmern, Innereien, Blutegel, Blinker
und Wobbler sind durchaus gut einsetzbar.

Der Wels ist ein Wärme liebender Fisch und bevorzugt daher Gewässer, die im Sommer eine
Wassertemperatur von mindestens 20 °C erreichen. Da er jedoch an die Wasserqualität und
den Sauerstoffgehalt keine großen Ansprüche stellt, findet man ihn in nahezu jeder Art von
Gewässer, solange sie stehend oder ruhig fließend sind. Dennoch macht ihm auch stärkere
Strömung nichts aus und so ist es nicht verwunderlich, wenn man ihm auch in größeren Flüssen
mit sehr turbulentem Wasser begegnet. Aufgrund seiner Unempfindlichkeit hält er sich sogar
im Brackwasser in den Mündungsbereichen auf.
Man sagt diesem Fisch eine einzelgängerische Lebensweise nach, doch ist dies nur bedingt
richtig. Wahr ist vielmehr, dass sein Verhalten dabei gewässer- und bestandsabhängig ist.
Beispielsweise neigen Welse in einem See mit einem größeren Bestand an Welsen eher dazu,
kleine Trupps zu bilden und sogar gemeinsam auf Beutezug zu gehen. Sind zudem noch
Unterstände, an denen sich die Welse bevorzugt aufhalten, auf wenige Bereiche beschränkt, gilt
dies umso mehr. Auch in Gewässern mit geringerem Welsbestand, aber begrenzten Versteck-
möglichkeiten, trifft man die Tiere viel häufiger gemeinsam als einzeln an. Nur in Wohngewässern
mit einem geringen Welsvorkommen und ausreichenden Deckungsmöglichkeiten – und voraus-
gesetzt, es ist dort genügend Nahrung vorhanden – wird man die Tiere als standorttreue
Einzelgänger vorfinden. Konzentriert sich hier aber die natürliche Nahrung auf einen oder wenige
Bereiche, gruppieren sich die Fische ebenso. Es spielt dabei übrigens keine Rolle, in welcher
Altersverteilung die Welse im Gewässer vorhanden sind; selbst richtig kapitale Exemplare leben
friedlich mit viel kleineren Artgenossen zusammen. Außerhalb der Jagdzeit halten sich die Fische
in ihren Unterständen auf oder vergraben sich sogar im Boden, weshalb sie in ihrem Wohn-
gewässer einen weichen Grund wie beispielsweise Schlamm bevorzugen.
Die Zeit, in der diese Raubfische auf Jagd gehen, ist ähnlich abhängig von solchen Faktoren.
Die weit verbreitete Ansicht, dass Welse nachtaktive Fische seien, ist ein Irrglaube.
In Gewässern,  in denen sich tagsüber viel Lärm, z. B. durch Badegäste, störend auswirkt, wird
der Wels sicherlich eher in den ruhigen Stunden auf Beutezug gehen. Doch in abgelegenen Seen
und Flüssen wird er, sofern ausreichend tagaktive Beutefische vorhanden sind, diese Zeit kaum
ungenutzt lassen. Am allerliebsten geht er jedoch in der Dämmerung auf Nahrungssuche, also in
den ganz frühen Morgen- bzw. Abendstunden.
Welse verfügen über Elektrorezeptoren; d. h. sie erkennen Beutetiere anhand ihrer, wenn auch
schwachen, elektrischen Felder. Auch ihr Gehör ist sehr gut entwickelt, da Schallwellen von der
Schwimmblase verstärkt werden und zum Innenohr weitergeleitet werden. Dies geschieht durch
ein System miteinander verbundener Knochen. Ebenso sind bei diesen Fischen der Tast-,
Geschmacks- und Geruchssinn sehr ausgeprägt.

Der Wels benötigt zur Fortpflanzung, die zwischen Mai und Juni stattfindet, eine Wassert-
emperatur von mindestens 18 °C. Die Tiere suchen im Flachwasser Bereiche mit üppigem
Pflanzenbewuchs auf, wo paarweise abgelaicht wird. Bis zu 480 000 gelbliche Eier, in einer
Größe von 3,0–3,5 mm, werden in flache Gruben abgelegt oder an Pflanzen, Wurzeln oder
Ähnlichem geklebt. Nach der Befruchtung verlieren die Eier ihre Färbung. Beide Elterntiere
bewachen die Brut; oft sogar noch die geschlüpften Jungtiere.
Im Durchschnitt sind die sehr schnell wachsenden Welse 1–2 m lang; die richtigen Riesen
von 3 m bringen bis zu 200 kg auf die Waage. Allerdings hören sie niemals auf zu wachsen
und werden zudem sehr alt; mindestens 80 Jahre alte Tiere sind bekannt.

Auf Wels kann man ganzjährig angeln; besonders gut beißt er jedoch nach dem Ablaichen,
da er dann sehr viel Nahrung zu sich nimmt. Die leichten, kurzen Boots- oder schweren
Grundruten sollten mit mittleren bis großen Multi- oder Stationärrollen und geflochtener
Schnur bestückt werden. Gute Fangplätze sind Unterstände wie z. B. versunkene Bäume;
den Köder am geflochtenen Vorfach muss man je nach Beißverhalten anbieten.
Ein Wallerholz zum Anlocken durch Klopfen ist hilfreich; auf einen Landehaken, das so
genannte Gaff, sollte man jedoch bei der Landung der Fische verzichten. Stattdessen kann
man zur schonenden Behandlung den Wels mit Handschuhen am vorstehenden Unterkiefer
packen.




Stizostedion lucioperca
Zander

Vorkommen
Regional: Hechtbarsch, Schill, Fogosch
GB: Pikeperch, F: Sandre, ESP: Lucioperca, NL: Snoekbaars, S: Gös, PL: Sandacz
Die ursprüngliche westliche Verbreitungsgrenze des Zanders war das Elbe- und
Donaueinzugsgebiet, doch in der heutigen Zeit erstreckt sich sein Vorkommen bis nach
Frankreich, Spanien und Großbritannien, was durch Besatzmaßnahmen erreicht wurde.
Im gesamten Mitteleuropa, einschließlich der salzarmen Gebiete der Ostsee und des Nord-
Ostsee-Kanals, sowie bis zum Aralbecken im Osten ist er gleichermaßen verbreitet.

Kennzeichen

Der Rücken des Zanders ist graugrün gefärbt und mit schwärzlichen, verwaschenen Bändern
versehen. Seine Flanken sind in hellerem Grau, der Bauch in Weiß gehalten. Sein spindelf-
örmiger Körper ist mit kleinen rauen Kammschuppen versehen, der Rücken ist stärker
gewölbt als die Bauchlinie. Der Kiefer der endständigen und tiefen Maulspalte ist mit vielen
kleinen und wenigen großen Zähnen, so genannten Hundszähnen, besetzt. After-, Schwanz-
und Rückenflosse sind mit dunklen Punkten bzw. Flecken übersät. Am Kiemendeckel trägt
der Zander einen kleinen unauffälligen Dorn; seine vordere Rückenflosse ist mit spitzen
Stachelstrahlen versehen.

Die besten Köder

Der Zander ernährt sich ausschließlich von kleinen Fischen, nachdem er als Jungtier
zunächst tierisches Plankton und Insektenlarven zu sich genommen hat.
Beim Angeln auf Zander sollte man immer zunächst Köderfischen den Vorzug geben.
Dabei muss man jedoch bedenken, dass diese Tiere nur relativ kleine Fische zu sich
nehmen können. Als weitere Topköder haben sich Twister und Gummifische herausgestellt.
Aber auch Fetzenköder, Wobbler, Tauwürmer und kleine Spinner können gute Erfolge
bringen.

Zu den Wohngewässern der Zander gehören Seen, Flüsse, Kanäle und Stauseen, sofern sie
nährstoffreich genug und langsam fließend sind. Da diese Fische sehr lichtscheu sind,
bevorzugen sie Gewässer, die über nicht zu klares Wasser verfügen; in sommertrüben Seen
fühlen sie sich beispielsweise besonders wohl. Sie haben eine Vorliebe für tiefe Gewässer
mit festem Bodengrund und wenig Unterwasservegetation. Dennoch findet man diese Fische
auch in Gewässern mit nicht ganz so trübem Wasser. In diesem Fall wird es sich allerdings um
einen sehr tiefen See handeln, da sich die Tiere dann in Bereiche von mehr als 5 m Wassertiefe
zurückziehen. In einem idealen Lebensraum, also einem trüben Gewässer, findet man die
Zander in Bereichen zwischen zwei und drei Metern Tiefe. Dort leben sie in der Regel in kleinen
Rudeln und ziehen viel umher; auf Unterstände legen diese Fische nicht so viel Wert wie andere
Raubfische. Stattdessen jagen sie gern im Freiwasser und dies ebenfalls häufiger gemeinsam
als allein. Sind sie mal nicht innerhalb ihrers Gewässers unterwegs, bevorzugen sie allerdings
dennoch Wurzeln, Steine oder tiefe Gumpen, die ihnen dann als Standplatz dienen. Zander sind
sowohl tag- als auch nachtaktiv; dies ist abhängig von den Gegebenheiten ihres Lebensraums.
Kommen in ihrem Gewässer hauptsächlich Beutefische vor, die sich bevorzugt in flachen
Gewässerabschnitten aufhalten, gehen die Zander erst ab Einbruch der Dämmerung auf
Nahrungssuche. Tagsüber wird man sie in der Regel nicht im Uferbereich oder in anderen
Flachwasserzonen vorfinden.

Etwas anders sieht dies während der Fortpflanzungszeit aus. Zwischen April und Juni findet das
Ablaichen statt; der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Wassertemperatur, denn Zander
benötigen dazu mindestens 10 °C. Sie sind sehr anspruchsvoll, was die Auswahl eines
geeigneten Laichplatzes betrifft und so wird das Männchen nur einen Bereich im ufernahen
Flachwasser wählen, der über ca. 1,5 m Tiefe und sauberen Bodengrund verfügt. Hat er einen
passenden Platz gefunden, säubert er das vorhandene Laichsubstrat wie z. B. Wurzeln und formt
es zu einer Grube. Das Weibchen legt über 300 000 Eier von 1,0–1,5 mm Größe ab; je nach
Laichsituation entweder in einem großen oder in mehreren kleineren Klumpen, die am Nest-
material angeheftet werden. Bis zum Schlüpfen der Jungfische, was etwa nach zehn Tagen
geschieht, wird die Brut vom Männchen bewacht. Während dieser Zeit fächelt er dem Nest
mittels seiner Brustflossen Frischwasser zu.
Während der Laichphase nehmen Zander keine Nahrung zu sich und bleiben danach noch bis
zu zwei Wochen in den Flachwasserbereichen. Die weiblichen Elterntiere sind anscheinend
besonders anfällig, da sie teilweise nach dem Ablaichen sterben.
Zander erreichen eine durchschnittliche Länge von 40–70 cm, können aber bei ausreichendem
Nahrungsangebot 1,3 m lang und 15 kg schwer werden.

Wer gezielt auf Zander angeln möchte, kann dies von August bis in die Wintermonate hinein tun.
Am günstigsten hat sich während dieser Zeitspanne allerdings der Spätsommer und Herbst
herausgestellt. Man verwendet leichte bis schwere Grund- oder Spinnruten, je nach den
Strömungsverhältnissen und der Ködergröße. Für Gummiköder sollte eine etwas steifere Rute
mit Spitzenaktion eingesetzt werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Fangplatz orientiert
man sich zunächst am besten an möglichen Standplätzen. Als Beispiele wären da Bereiche
hinter Buhnen, an Strömungskanten oder versunkenes Ast- und Wurzelwerk zu nennen. Hat man
diese gefunden, bedeutet das aber noch nicht, dass die Zander dort auch jagen und so sollte
man sehr weitflächig abfischen. Besonders gute Bereiche zum Zanderangeln sind eigentlich
immer an Stellen, an denen flachere Jagdzonen und tiefe Standplätze recht nahe beieinander
liegen. Zander haben im Allgemeinen ausgeprägtere Beißzeiten als andere Raubfische –
außerhalb der Beutezüge werden sie also eher selten beißen. Nur in sehr trüben Gewässern
kann man den ganzen Tag mit Bissen rechnen.
Beim Grundangeln wird der Köder unmittelbar über dem Boden angeboten; das Spinnfischen
erfordert eine tiefe und langsame Köderführung. In Gewässern mit Hechtvorkommen sollte
man unbedingt ein Stahlvorfach benutzen.



Tinca tinca
Schleie

Vorkommen
Regional: Schlüpfling, Schuster, Schlammler, Liebe
GB: Tench, F: Tanche, Aiguillons, ESP: Tenca, NL: Zeelt, S: Lindare, Sutare, PL: Lin
Die Schleie kommt fast im gesamten Europa bis zum Ural vor. Eingeschränkt ist ihre V
erbreitung im Mittelmeerraum, wo sie im Küstenbereich von Slowenien bis zur Türkei und
auf Korsika gänzlich fehlt. In Skandinavien findet man sie nur in Dänemark und im Süden
Schwedens bzw. Finnlands. Auf der Iberischen Halbinsel lässt sie den Norden aus und in
Schottland sucht man sie ebenso vergeblich.

Kennzeichen

Schleien haben einen sehr kräftigen Körperbau, kleine Schuppen und eine dicke schleimige
Haut. Ihr Rücken ist dunkelbraun bis oliv gefärbt; die Seiten sind olivgrün und der Bauch gelb.
In den Mundwinkeln des kurzen und endständigen Maules trägt der Fisch zwei sehr kurze
Barteln. Seine hohe und kräftige Schwanzwurzel mündet in eine gerade, also kaum ein-
gebuchtete Flosse. Insgesamt sind alle Flossen recht dunkel und abgerundet. Männliche
Schleien haben verlängerte, am zweiten Strahl verdickte Bauchflossen.

Die besten Köder

Die natürliche Nahrung der Schleie besteht aus bodenlebenden Kleintieren aller Art und
weichen Pflanzenteilen.
Bei der Köderwahl gibt es eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten. Als Topköder haben
sich jedoch Mais, Mistwürmer und Maden, sowohl große als auch kleine, die so genannten
Pinkies herauskristallisiert. Alternativ empfiehlt sich die Verwendung von Weizen, kleinen
Tauwürmern oder Wasserschnecken; doch Laubwürmer, Brot, Teige, Käse und Boilies sind
ebenfalls nicht zu verachten.

Schleien sind reine Grundfische; d. h. sie halten sich nur in Bodennähe auf. Mit Vorliebe
bewohnen sie stehende Gewässer, die reich an Vegetation sind und über schlammigen
Bodengrund verfügen. Man wird sie daher hauptsächlich in flachen, warmen und sauerstoff-
armen Seen vorfinden. Doch Schleien sind recht anpassungsfähig; so kommen sie auch im
Brackwasser der Ostsee bzw. in Höhen bis um 1 600 m vor. In Fließgewässern fühlen sie sich
nur dann wohl, wenn sie dort ihre bevorzugten Lebensbedingungen vorfinden; deshalb haben
vor allem Altarme von Flüssen gute Schleienbestände.
Schleien sind dämmerungsaktive Fische, daher ist für ihr Wohlbefinden gerade üppiger
Pflanzenbewuchs in ihrem Wohngewässer sehr wichtig, damit sie sich hier den Tag über
versteckt halten können.
In sehr heißen Sommern, in denen gerade in schlammigen, flachen Gewässern sehr schnell
Sauerstoffmangel entsteht, verfällt die Schleie in eine Art Sommerstarre. Sie bleibt dann in
ihrem Versteck und bewegt sich kaum noch; ihr Stoffwechsel reduziert sich dabei auf ein
absolutes Minimum und sie nimmt keine Nahrung mehr zu sich. Sobald sich die Wasser-
verhältnisse wieder verbessern, kehrt der Fisch zu seiner normalen Lebensweise zurück.
Wie anpassungsfähig sie wirklich ist, zeigt sich zudem im Winter, denn auch dann ist in ihrem
bevorzugten Lebensraum schnell die Gefahr eines Sauerstoffmangels gegeben. Gerade
flache Seen frieren nun einmal in harten Wintern besonders schnell zu. In diesem Fall
vergraben sich die Schleien einfach im schlammigen Boden und verharren dort in ihrer
Winterstarre, bis wieder günstigere Bedingungen vorherrschen. In Gewässern, in denen es
nicht zu diesen extremen Verhältnissen kommt, verbringen die Fische den Winter in tieferen
Wasserschichten. Dort finden sich die Fische in kleinen Trupps zusammen, auch wenn sie
den Rest des Jahres ein einzelgängerisches Leben fristen.

Der genaue Zeitpunkt des Ablaichens ist bei den Schleien stark abhängig von ihrem Lebens-
raum, denn sie benötigen dafür eine Wassertemperatur von 18–20 °C. So heißt es meist,
dass sich die Tiere von Mai bis Juli fortpflanzen, doch witterungsbedingt kann dies bereits im
April stattfinden oder sich sogar bis in den August hinziehen. Männliche Schleien tragen
während dieser Zeit an Kopf und Rücken einen Laichausschlag. Die Fische sammeln sich in
kleinen Gruppen und suchen Uferbereiche mit reichlich Krautbewuchs auf. Dort werden pro
Weibchen bis zu 300 000 grünlich-gelbe bis orangefarbene Eier, die mit einer Größe von
unter 1 mm recht klein sind, an den Wasserpflanzen angeheftet. Es kann 1–2 Wochen dauern,
bis alle Eier abgelegt worden sind, da Schleien in mehreren Etappen ablaichen.
Die Jungfische schlüpfen bereits nach drei oder vier Tagen, doch sind sie noch nicht
schwimmfähig. Damit sie nicht in den Faulschlamm absinken, in dem sie keine Überlebens-
chance hätten, kleben sie sich zunächst für mehrere Tage an den Wasserpflanzen fest, bis
sie schwimmen können. Zu diesem Zweck besitzen sie am Kopf einige Klebdrüsen; ähnliches
findet man auch bei anderen Fischarten, die in Gewässern mit weichem Grund leben.
Schleien erreichen größtenteils Längen zwischen 20 und 40 cm und bringen dabei 0,5–1,5 kg
auf die Waage. Maximal können sie 70 cm groß werden und dabei bis zu 10 kg wiegen.

Die Hauptfangzeit genau festzulegen, ist nicht möglich, da sie witterungs- und gewässer-
abhängig ist. In der Regel kann man jedoch sagen, dass Schleien in den Monaten März und
April bzw. dann wieder ab Juli bis in den Oktober hinein besonders gut beißen. In sehr flachen
Gewässern kann der Saisonstart allerdings etwas zeitiger sein und aufgrund der schnelleren
Erwärmung des Wassers bzw. dem damit verbundenen früheren Ablaichen ist es gut möglich,
dass die Fische bereits im Mai wieder gut an den Haken gehen. Der Angler sollte sich also
ein wenig mit dem Wohngewässer seines Zielfischs befassen und sowohl Laichzeit als auch
eventuelle Sommer- und Winterstarre dabei mit berücksichtigen.
Für den Schleienfang ist ein vorheriges Anfüttern zu empfehlen. Hierzu können beispielsweise
Schilfbänke, Krautbetten und Seerosenfelder als geeignete Plätze gewählt werden.
Beim Grund- oder Posenangeln mit feinem bis mittlerem Gerät, sollte man seine Köder dicht
über oder direkt am Bodengrund anbieten.








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